Flipped Classroom

Erprobtes Unterrichtsbeispiel für ein modifiziertes geflipptes Unterrichtsvorhaben. Das ‚Flippen‘ liegt hier in der ersten Auseinandersetzung mit den Inhalten durch ein Erklärvideo oder Tutorial. Die Umwälzung der Inhalte erfolgt dann nicht direkt im Plenum, sondern in Gruppen. In den Gruppen wird mindestens ein Erklärvideo ‚umgewälzt‘, soll heißen in ein anderes Modi umgewandelt, hier ein Tafelbild. Die dritte Umwälzung erfolgt durch das Erklären/Präsentieren. Fragen können in der Gruppe und nach den Präsentationen geklärt werden. Die Einbindung von Erklärvideos hat einen didaktischen Mehrwert, weil die Lerninhalte dadurch in unterschiedlichen Modi (Hören, Besprechen, skizzenhaft verschriftlichen, Präsentieren) wiederholt werden, so dass eine intensive Auseinandersetzung mit dem Lernstoff entsteht. Außerdem ist das Unterrichtsvohaben methodenvielfältig, fordert inderdependentes Lernen (siehe Gruppenauftrag 2) und fördert Medienkompetenz (Selektion eines angemessenen Videos, Einbetten in Moodle, Umgang mit Tablet: Videos ansehen, Markieren). Sprachlich unterstützt es das Hörvestehen (Tutorials) und sowohl dialogisches als auch monologisches Sprechen.

Hauptlernziel: Verschiedene Formen der Infinitivkonstruktionen verstehen und erklären/präsentieren können

Fach: Englisch Klasse 9 (Unit 1 Australia – English G – ist sicher auch zu anderen Themen adaptierbar)

Ablauf:

  1. Hausaufgabe: Suche ein Tutorial zu einem der folgenden Themen: Infinitivkonstruktionen, Regeln des Präsentierens und die Zeitenbildung 1. Bette das ausgewählte Video im Forum des Moodleklassenraums ein. (Mediencoaches 2 zeigen vorher im Unterricht, wie es geht.)
  2. Gruppenauftrag 1: Wählt ein Video zu Infinitivkonstruktionen, dass ihr auf Qualität überprüft habt, aus. Schaut und besprecht es auf Englisch bis ihr alles verstanden habt.
  3. Gruppenauftrag 2: Entwerft ein Tafelbild (auf einem DIN A 4 Blatt), dass die verschiedenen Infinitive erklärt.
  4. Guppenauftrag 3: Übt das Erklären der Infinitivkonstruktioen mit Hilfe des erstellten Tafelbildes in eurer Gruppe.
  5. Plenum 1: Zwei einer Gruppe präsentieren. A ist „Lehrkraft“ und erklärt die Infinitivkonstruktionen. B fotograrfiert das Tafelbild mit dem Tablet, dass über appleTV oder HDMI-Kabel mit dem Beamer verbunden ist, und nutzt die Markierungsfunktionen. B markiert immer die Aspekte, die A gerade erklärt, so dass die Lerngruppe besser verfolgen kann, worum es gerade geht (zweikanaliges Lernen).
  6. Plenum 2: Die Zuhörer geben Rückmeldungen und Fragen werden geklärt. Danach präsentieren weitere Gruppen. Da verschiedene Tutorials Grundlage der Tafelbilder sind und die Gruppen auch unterschiedliche Herangehensweisen haben, ergeben sich unterschiedliche Tafelbilder und Erklärungsansätze (siehe ein Bespiel am Ende). Das kann für das Lernen sehr hilfreich sein und zeigt den SuS auch, dass die Erklärungen auf den Grammatikseiten im Buch nicht unbedingt die besten für jede(n) sein müssen.
  7. Plenum 3 (Evlt. Einstieg folgende Stunde): Ein (Lehrbuch)text mit Infinitivkonstruktionen (und Gerundien) wird laut gelesen und alle Klatschen (bzw. Schnipsen), wenn eine Infinitivkonstruktion (bzw. Gerundium) vorkommt. Evtl. Fragen klären/wichtige Regeln wiederholen.
  8. Einzelarbeit: Übungen/Schreibaufgabe zum Einsetzen von Infinitivkonstruktionen.

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  1. Die Videos zum Präsentieren wurden genutzt, um einen Bewertungshorizont zu entwickeln. Die Reglen für die Zeitenbildung dienen als Hilfen für individuelle Nutzung der SuS Zuhause
  2. An meiner Schule gibt es in jeder Klasse zwei Mediencoaches, die für die technische Ausstattung des Klassenraumes zuständig sind.