Vernetztes Lernen

Ein charakteristisches Merkmal für digital unterstütztes Lernen ist das Vernetzen.

 

Nutzen Sie Webseiten, die vernetztes Lernen ermöglichen, für ein Unterrichtsvorhaben. Meist sind die Seiten so aufgebaut, dass die Lehrkraft keinen hohen Zeitaufwand für die Unterrichtsplanung investieren muss. Im Folgenden werden drei Beispiele vorgestellt:

Mit Storybird.com können SuS (ohne E-Mail Adresse) angeregt durch Bildserien von Künstler(inne)n (gemeinsam) digitale (Bilder)bücher schreiben und sie gegenseitig kommentieren. Wenn Sie sich kostenlos als Lehrerin anmelden, können Sie virtuelle Klassenräume einrichten in denen sich die SuS einschreiben (oder von der Lehrkraft eingeschrieben werden). Sie haben dann auch die Möglichkeit zu kommentieren/korrigieren, wenn der Schreibende dies ermöglicht.

Ein weiteres Beispiel ist die Erstellung von ‚Learningsnacks‘. Dort kann man zu einem beliebigen Thema Texte verfassen und Bilder sowie Multiplechoice-Fragen hinzufügen, was dann in einem netten Layout anderen (u.a. als Link) zur Verfügung gestellt werden kann. Die SuS können diese z.B. zu einem Unterrichtsthema selbst entwickeln, aber man kann auch ‚öffentlich gestellte‘ teilen. Leider gibt es hier keinen virtuellen Klassenraum, so dass öffentlich gestellte ‚Learningsnacks‘ für alle sichtbar sind. Die kooperative Bearbeitung eines ‚Learningsnacks‘ ist nicht möglich und eine Kommentierungsfunktion bzw. Kontaktmöglichkeit zum Autor gibt es (noch – nach Angaben der Hersteller) nicht, so dass die Vernetzung insgeamt eingeschränkt ist. Man könnte allerdings fertige ‚Snacks‘ in einem Forum einer Lernplattform einbetten und dort dann Rückmeldungen ermöglichen lassen.

Ein Beispiel von Giulia Bosco zu Wissen über Medien (https://www.learningsnacks.de/share/1687/, auf Englisch):

 

 

 

Nutzen sie didaktisch sinnvolle digitale Systeme, die Sie langfristig in ihren Unterricht integrieren und allmählich zu einem Ritual werden lassen. Dadurch wird der Technologieeinsatz weniger aufwendig und für die SuS die Nutzung einfacher. Beginnen Sie mit einem einfachen wiederkehrenden Element, dass nicht aufwendig vorzubereiten ist.

Sie können z.B. Quizlet verwenden, wenn Sie Inhalte haben, die man auf Lernkarten üben kann (Vokabeln, Fachbegriffe, Formeln). Man kann dort sowohl Lernkarten von anderen Nutzern verwenden als auch eigenen (kooperativ) erstellen. SuS können ihre Lernsets der Klasse zur Verfügung stellen. Üben kann man mit verschiedenen Lern- und Spielaktivitäten (Flashkarten, Abfragen, Schreiben, Testen, Zuordnen und ‚Schwerkraft‘ – Wegklicken von ‚herunterrutschenden‘ passenden Wörtern)

Quizlet gibt es für den Browser und auch als App (iOS, Android und Windows) und ist für Funktionen, die die SuS benötigen, kostenlos. Für Lehrkräfte, die die Lernprozesse/-erfolge der SuS sehen wollen, empfiehlt sich ein Upgrade.

 

 

 

Langfristiges vernetztes Lernen bedarf einer Infrastruktur, die dauerhaft für verschiedene Aktivitäten genutzt werden kann. Das ist in deutschen Schulen meist noch nicht wirklich implementiert. Hier eignet sich ein Google-Konto (Moodle ist da nicht so flexibel), weil dort Dateien individuell abgelegt werden können, die bei Bedarf auch mit anderen geteilt, gemeinsam bearbeitet und kommentiert werden können. Allerdings müssen datenschutzrechtliche Aspekte hier sorgfältig beachtet werden, da sich die SuS mit ihren Konten in der Cloud bewegen und persönliche Daten nicht verbreitet werden dürfen. D.h. Kontonamen sollten möglichst verschlüsselt werden (z.B. Initialen und Phantasiename) und beim Verfassen von Texten sollten persönliche Angaben möglichst vermieden werden.

Bitten Sie Ihre SuS sich bei Google (nur mit Initialen und Wahlwort und mit Genehmigung über Elternbrief) anzumelden. Erstellen Sie selbst ein Google-Konto und öffnen Sie die Drive. Klicken Sie auf ’neu‘ und erstellen und benennen Sie einen Ordner für eine Klasse. Öffnen Sie den Ordner und klicken Sie wieder auf ’neu‘. Wählen Sie ein Dateiformat, z.B. googledocs. Diese Datei können Sie nun mit der Klasse teilen. Es gibt drei verschiedene ‚Teilen-Optionen‘: Darf bearbeiten/kommentieren oder lesen.

SuS können, wenn sie ein Google Konto haben, von Zuhause aber auch im Klassenraum kooperativ Texte schreiben und gemeinsam Präsentationen gestalten.

Man kann es auch für die Entwicklung von Schreibkompetenz nutzen, indem SuS Texte schreiben und sich von (selbst gewählten) Mitschüler(inne)n Rückmeldungen über die Kommentarfunktion einholen.

Ich habe digitales kooperatives Arbeiten mit Google unter Kollleg(inn)en kennen gelernt, als wir in den USA an der TCGIS die Aktivitäten der ersten Schultage nach den Sommerferien planten und während des Gespräches die Ergebnisse in eine Tabelle (googletabellen) einfügten, die alle auf ihren Laptops bearbeiten konnten. Am Ende der Konferenz hatten wir einen fertigen Zeitplan schriftlich für alle sichtbar erstellt.

Wenn die Schulleitung es unterstützt, wäre Google Suite die bessere Alternative zu privaten Googlekonten, weil die Schule dann eine eigene Domain erhält und die SuS-E-Mails verwaltet. Die Daten gehören dann der Schule und nicht Google. Die Datenschutzbestimmungen sind bei Google Suite strenger als bei privaten Googlekonten.